Rückmeldungen von TeilnehmerInnen zum Ashram Jesu


Jona, Mai 2015

Dieser Ort ist voller Herzlichkeit und Freude.
Mit viel des Lobes und Glückes werde ich ihn hinter mir lassen.
Doch die Weisheit gebietet, nicht die Worte wirken zu lassen,
sondern selber zu spüren und zu erleben.
Und so bleibt mir vor allem zu sagen: Danke!


Claudia, Mai 2015

Ankommen – herzlich empfangen werden – einfaches Leben – Lernfeld – Struktur tut gut – Langsamkeit –Entschleunigung.
Natur – Ruhe – Vogelgezwitscher – frisch geschlüpfte Entchen im Weiher – der Bach – er fließt man mehr, mal weniger.
Stille – aushalten – auf und ab – sitzen – innere Regungen wahrnehmen – auch Schmerzen – oder Freude.
Gutes vegetarisches Essen, selbst gekocht oder gekocht bekommen.
Und in allem Gottes Geist in unserer Mitte.
Danke, lieber Bertram, für deine achtsame, gelassene und liebevolle Begleitung. Ich kehre reich beschenkt und gestärkt zurück in den Alltag.


Bettina, Pfingsten 2015

Pfingsten im Ashram Jesu, inmitten der Gemeinschaft des Unterstützer-Kreises; welch eine Wohltat!
Der Himmel ist freudlich, der Elbbach rauscht dahin, die Natur grünt und grünt und grünt.

  • Sitzen auf der neuen Bank am Teich – die Enten schnattern, die Vögel singen, der "Adler" zieht seine Kreise übers Tal.
  • Sitzen im Strandkorb auf blühender Wiese – Rehböckchen jagen vorüber und balgen sich bellend im Wiesengrund.
  • Sitzen auf der Veranda – das Windspiel wispert am Ohr, die Sonne lacht und in der Ferne gibt der Zug Signal.
  • Sitzen auf der Bank im Hof – umgeben von duftenden Rosen; der Mirabellenbaum schlägt neu aus, die Meisen flattern aufgeregt.
  • Sitzen am vegetarischen Esstisch – Genuss pur …
  • Sitzen im Meditationsraum unterm Dach – Stille ( wenn man Glück hat :-) )
  • Sitzen im eigenen Innern, und so man es zulässt, Wachstum.

Danke, Vater, für den Ashram Jesu!
Danke für Bertram.
Danke für Petra Maria.
Danke für den Vorstand.
Danke für die Suchenden, die Mitbewohner, die Mutigen, die sich ihrer eigenen Wahrheit stellen Wollen.
Danke!
Möge dieses Haus erhalten bleiben, möge es wachsen und Unterstützung finden, sodass dieser Ort, dieser heilige Boden, möchte ich fast sagen, auch weiterhin zur Klärung, Heilung und zur Selbst-Erkenntnis diesen kann. Amen!


Eckhard, Juni 2015

die
Zeit
beobachtet
mich
wie
ich
vergehe

Vogel
Luft
in
blau gefärbt
Töne
klingend
im
Wind verhallend

der
Kreis
ein
letztes Lachen
wird
zum
ersten Schreien


Monika, eine Suchende, Augst 2015

Ashramzeit – Brunnenzeit
"Nicht das Vielwissen sättigt und befriedigt die Seele, sondern das Verspüren und Verkosten der Dinge von innen her." (Ignatius von Loyola)
Und wo könnte das "Verspüren" und "Verkosten" besser gelernt und geübt werden als hier im Ashram Jesu? Er ist ein Brunnen, reich gefüllt mit der Nahrung, nach der Körper und Geist verlangen. Uns, seinen Gästen, bleibt allein das Schöpfen, Verkosten und Verspüren …
Dies ist nicht immer leicht. Doch mit Deiner Unterstützung, lieber Bertram, und Deinem allumfassenden Wirken, den Brunnen gefüllt und sauber zu halten, ermöglichst Du uns den Zugang zu der von Verunreinigungen geschützten wahren Quelle unseres Seins.
Ich danke Dir dafür!
Nach meinen jährlichen Grundübungen gehe ich fort – erfrischt, genährt und voller Zuversicht auf eine baldige Widerkehr.


Susanne, August 2015

Zwar sagt Rumi, dass wir das Paradies nicht suchen sollen, aber was soll man machen, wenn man es einfach findet?
Hier fühle ich mich dem Leben so nah – in der herrlichen Natur, in der Gemeinschaft, in mir selbst.
Danke, Bertram, dass du mir diesen Raum eröffnest durch deine Klarheit, dein Einfühlungsvermögen und deinen Humor.


Albert, August 2015

Sommerglanz auf allen Fluren,
Schattenlicht der Lebensspuren,
Meditieren unterm Dach,
Gruppenaustausch überm Bach,
Entenlied im Morgengrauen,
Hören lernen und Vertrauen,
Tomatenreis und Eierschaum,
Hängematte unterm Baum.

Tränenwege, Kindheitsbürde,
neugeschenkte Königswürde,
und das Evangelium trifft
sich mit Rumis Zauberschrift.
Nach den heftigsten Gefühlen
erdet unscheinbar das Spülen;
Das Geheimnis nah und fern
schimmert auf im Abendstern.

Sehnsucht, Trauer, Angst und Zorn:
In der Mühle wird das Korn
achtsam, doch auch unverdrossen
aufgerieben, aufgeschlossen:
Langsam wird aus Glück und Not
Weg der Wandlung hin zum Brot.
Wenn wir es geschehen lassen,
kann das Wunder uns erfassen.

Nach zehn Tagen heißt es scheiden.
Blick und Herz sich durften weiten,
und die Stille uns verband.
Alt und neu wird sein das Land,
das uns wieder wird empfangen;
doch es ist uns aufgegangen:
Auch Dort und Dann ist Jetzt und Hier –
Petra Maria, wir danken dir!


Andrea, August 2015

Hände spielend im weichen Wasser des Spülbeckens,
Hände am geschärften Messer, das zarte Gemüse schneidend,
Hände sich ausstreckend zu Dir, Berührung suchend.
Hände ruhend.
Augen gefüllt mit dem Salz und der Süße der Tränen,
Augen getaucht in das Licht der Sonne,
Augen geöffnet, Dich zu sehen.
Augen geschlossen.
Mund geöffnet für die Köstlichekeiten der Speise,
Mund geöffnet für fauchendes, rauchendes Drachenfeuer,
Mund geöffnet für stammelnde, suchende Worte,
Mund geöffnet für die Zärtlichkeiten, die über die Lippen wollen.
Mund geschlossen.
Ohren, auf die der Regen prasselt,
Ohren auf Dein Wort lauschend.
Ohren verbunden mit meinem klopfenden Herz.
Atmen.
Bereit zu tun, was zu tun war,
bereit zu sehen, was sich zeigen wollte,
bereit zur Sprache zu bringen, was gesagt werden wollte,
bereit zu hören, was erlauscht werden will,
bin ich jetzt froh über die Zeit bei Euch,
mit euch.
Es war nicht immer leicht durchzuhalten,
auszuhalten, Stand zu halten.
Aber das hat auch keiner versprochen.
Danke! – Und auf Wiedersehen!


Matthias, August 2015

Streitschlichtung in einem irakischen Dorf.
Die Leute sind versammelt, der Fall wird vorgestellt,
der Streitschlichter bittet um Wortmeldungen.
Ein Mann steht nach kurzem Überlegen auf
und sagt: "Die Sache ist ganz klar! So … und so … muss man das machen."
Der Streitschlichter sieht den Mann an und sagt: "Ja, sie haben recht."
Ein anderer Mann erhebt sich und sagt:
"Nein, ganz anders verhält sich der Fall. Das … und das … ist zu tun."
Der Streitschlichter sieht den Mann an und sagt: "Ja, sie haben recht."
Da erhebt sich ein dritter und sagt erregt:
"Der eine behauptet das, und sie sagen, er hat recht.
Der andere behauptet genau das Gegenteil,
und auch zu ihm sagen sie, er hat recht. Das geht nicht!"
Da sieht der Streitschlichter den Mann an und sagt: "Ja, auch sie haben recht."

Tiefer verinnerlicht zu haben, dass tatsächlich auch dieser dritte Mann recht hat, dafür bin ich dem Ashram, Bertram und der ganzen Gruppe dankbar.


Petra aus der Schweiz, August 2015

"Mon âme se repose en lui, mon Seigneur …"
Die Seele baumeln lassen.

Ein dichter Waldbogen in wechselndem Grün umfängt den Ort. Ein Teich, dunkle Wasserfläche spiegelt das wispernde Grün der Blätter, verborgene Wasserläufe murmeln ( … und die Turbine surrt dumpf). Daneben weiß und blau der spitzgieblige, verwinkelte Bau: der Ashram Jesu.
Schon dieses Umfeld macht mir den Ashram zum bevorzugten Ort meiner jährlichen Auszeit.
Was ich hier finde?

  • Gefährtenschaft in meiner Suche nach meinem Innern: die Gruppe.
  • Unterstützung auf meinem tastenden Weg: Bertrams erfahrene und liebevolle Begleitung.
  • Und schließlich Zeit und Stille für die Begegnung mit mir und mit meinem Gott: dank dem sorgfältig durchdachten

Tagesablauf und dem ganzen Umfeld.
Warum der Ashram Jesu für mich passt?
Ich begegne hier meiner tiefsten Sehnsucht, in etwas anderer Sprache, leicht östlich angehaucht (Rumi-Texte neben dem Evangelium), aber zutiefst christlich, ja jesuanisch, auch ignatianisch. Das ist einerseits meine Welt, andererseits ist es immer neu herausfordernd und belebend, dank der konsequenten, ja beharrlichen Einladung, mich in der Meditation meiner eigenen Wirklichkeit zu stellen.
Der Ashram Jesu ist mir zu einer geistigen Heimat geworden.
Ich danke Bertram und allen, die diesen Ort gestalten und beseelen.
Ich bin glücklich und danke Gott, dass ich mit meinen 80 Jahren noch einemal – zum 9. Male! – hier sein durfte.


Birgitta, Mai 2015

Wo war ich in den letzten zehn Tagen? In einem anderen Land, auf einem anderen Stern? Jedenfalls landschaftlich im Paradies. Mir kam sofort der Vers eines Pfingstliedes in den Sinn:
"Ganz überströmt von Glanz und Licht erhebt die Schöpfung ihr Gesicht,
frohlockend Halleluja."
Da wird erfahrbar, was Rumi meint:
"Der Strom der Gnade fließt ununterbrochen."
Im Gegensatz dazu erlebe ich in meinem Innern, dass diese Wahrnehmung noch nicht meine Realität geworden ist. Bis der Schmerz zur Wonne wird, habe ich noch eine Strecke zurück zu legen.
Der Aufenthalt im Ashram hat mir geholfen zu merken, wie sehr ich mich dem Fließen des Lebensstromes noch entgegenstelle.
Mich der Angst und dem Feuer des Schmerzes versuchen anzunähern, zu versuchen, ja zu sagen, dazu hat mir die Ashram-Realität und die Begleitung durch Pater Dickerhof sehr geholfen.
Ein herzliches Dankeschön.


Bernd aus Oberschwaben, im September 2015 als Einzelgast im Ashram

"Noch habe ich dich, Herr, nicht erkannt,<
denn noch immer wollte ich Geschaffenes kosten und genießen." (J. vom Kreuz)

Die eigenen Hindernisse erkennen, mit Gottes (und auch Bertrams) Hilfe diese versuchen abzubauen, war Wunsch und Ziel in diesen Tagen.
Auf dem Weg dahin - - -.


Willem (Niederlande), September 2015

Der Ashram Jesu ist für mich nicht nur attraktiv durch das Angebot von Kursen und Texte, aber vor allem durch die Tatsache, dass der Ashram, meiner Gefühl nach authentisch ist, d.h. aus einer geistige Erfahrung der Projektträger und inspirierende Leiter Bertram geboren ist und geleitet wird. Darüber hinaus ist die Offenheit einladend.


Elisabeth, Teilnehmerin an der Ashram-Ausbildung, Oktober 2015

Die Ausbildung war für mich ein Segen. Ich habe dadurch immer wieder erfahren, was mir wirklich wichtig ist, auf was es wirklich ankommt. Ich möchte weitergehen auf dem inneren Weg, der sich mir in der Ausbildung durch das Wirken des Heiligen Geistes noch mehr erschlossen hat. Dieser Weg wird mich sicherlich wieder in den Ashram führen, ich hoffe bald.
Liebe Grüße und herzlichen Dank für alles.


Katrina, 47 Jahre

Für mich ist der Ashram Jesu ein Ort der Stille. Wenn ich da bin, schalte ich von meinem Alltag, von den vielen Sachen, die mich beschäftigen, ab. Auf dieser Weise komme ich zu dem Wesentlichen, was mich und mein Leben ausmacht. So werde ich immer fähiger, aus meiner eigenen Mitte zu leben, wo auch Gott wohnt. Das ist etwas sehr Kostbares.

Zu sich zu kommen ist sehr schön, aber der Weg dahin kann auch schwer werden. Es lohnt sich auszuhalten. Das "Sitzen" (Meditieren) in der Gruppe war sehr hilfreich, wie auch der Ashram-Alltag in der Stille mit den anderen Teilnehmern. Um auf solche innere Prozesse einzugehen, braucht man eine gute Begleitung. Ich fand beide Begleitpersonen, Sr. Petra Maria und P. Bertram, sehr gut.


Rita, Oktober 2012

Im Januar dieses Jahres fuhr ich zum Ashramtag nach Köln, praktischerweise war er ziemlich direkt bei uns um die Ecke. Danach konnte ich mir gut vorstellen, dass die Exerzitien, die ich für dieses Jahr eingeplant hatte, einmal so ausfallen würden. Der Blick auf die interessant gestaltete website zeigte, dass eigentlich nur die zehntägigen Grundübungen im Oktober mit den Ferien in NRW kompatibel waren. Ok – dann eben zehn Tage!

Als ich heute einer Freundin in der Mittagspause von meinen Erfahrungen im Ashram berichtete – die Mittagspause fiel etwas länger aus als sonst – merkte ich noch einmal wie gut mir diese Tage getan haben: der Ort, an dem man stets das Wasser des Elbbaches fließen hört; die Tagesstruktur, die leitet und jeden einbindet, das zu tun, was nötig ist, ohne dass man selbst planen muss; die täglichen Arbeiten, bei denen man merkt, dass man gerne spült und abtrocknet; die Meditationen, in denen Gedanken und Gefühle manchmal Purzelbaum schlagen, es aber auch immer wieder Momente gibt, in denen man ganz in diesem Raum da ist, Gedanken kommen, aber auch wieder gehen und man dem Atem nachspürt. Meistens waren dies nur ganz kurze Momente, die eine Ahnung davon geben, was sein kann; die Stille, die nie verkrampft ist, sondern hilft, dem eigenen Prozess die nötige und gewollte Aufmerksamkeit zu geben; die Gruppe, in der man spürt, dass jeder und jede sich um den je eigenen Weg bemüht. Manchmal genügt ein Blickkontakt, und es schön ist, wenn beim Kaffee einschenken die Milchtüte stillschweigend neben einen gestellt wird; die begleitenden Gespräche, die manchmal ein schon lange verknotetes Thema entwirren, und auf neue, andere Spuren bringen, die Schriftbetrachtungen, in denen alt– und neutestamentliche Texte mit religiösen Texten aus anderen Religionen nebeneinander gestellt werden. Ich habe eine große Weite und den Reichtum darin verspürt, den ich mir nicht mehr anders vorstellen kann und möchte; eine Kursleitung, die diese Strukturen schafft, damit jeder und jede im eigenen Prozess sein kann, in den Einzelgesprächen sehr präsent ist und außerdem noch ziemlich gut kocht; Eucharistiefeiern, die mich sehr mit dem versöhnt haben, was mich in meinem Katho-likinnenalltag mehr und mehr annervt und zu oft verletzt. Auch der Ashram ist katholische Kirche, frei und weit, versöhnend und dialogisch, das tut gut! Ein Ort mit Heiligem, heilendem Geist! Danke und bis bald! :-)))


Sr. Mathilde, Frühjahr 2012

Nachdem ich die Leitungsverantwortung in unserer Ordensgemeinschaft an meine Nachfolgerin übergeben hatte, konnte ich eine Auszeit nehmen, um mich neu zu orientieren. In dieser Zeit war der Aufenthalt im Ashram Jesu eine besondere Erfahrung.

11 Tage verbrachte ich mit 10 weiteren Kursteilnehmer/innen in der ehemaligen Hirsemühle. Alles in dem Haus ist darauf angelegt, dass die Gäste zur Ruhe und zu sich selbst finden können: die überaus schlichte Einrichtung (keine Bilder und Dekoration und natürlich kein Radio, Fernsehen, keine Zeitung…), das durchgehende Schweigen und der strukturierte Tagesablauf von 06:00 – 21:00 Uhr. Prägend sind aber vor allem die gelebte Philosophie, der achtsame, gelassene und liebevolle Umgang mit sich selbst, mit anderen Menschen und den Dingen.

Im Schweigen, in Meditation und Gebet versuchten wir alles Denken und Planen hinter uns zu lassen. Vielmehr verweilten wir bei den Gefühlen, die sich in uns regten, oder den Bildern, die aus der Tiefe aufstiegen… In den Gruppen– und Schriftgesprächen wurden Lebenserfahrungen geklärt, vertieft und spirituell erhellt. Höhepunkt waren die schlichten, tief gehenden Gottesdienste, die die Erfahrungen der Einzelnen und der Gruppe aufnahmen.

So zog in diesen Tagen mein ganzes Leben an meinem inneren Auge vorbei. Ich konnte alles anschauen, das Schöne und Beglückende und auch das Schmerzliche, wie Enttäuschungen und Verletzungen… Jetzt in Ruhe betrachtet, fand alles seinen Platz. Jede Erfahrung hat mich reicher gemacht. – Rückblickend kann ich dafür nur dankbar sein.


Martin, Frühjahr 2012, Priester

Hier, im Ashram, habe ich das gefunden, was ich suchte, als ich damals bei den Franziskanern eintrat. Ich bin wieder ausgetreten, auch deswegen, weil ich es dort nicht finden konnte.


Gerhild, Supervisorin, Frühjahr 2012

Schon lange kannte ich die website des Ashram Jesu. So gut sie mir gefiel, hatte ich Sorge, in welche Hände ich da geraten würde: ob das Angebot fundiert ist, ob es wirklich in gutem Sinn christlich ist, ob die Leitung sich als Guru aufführt?

Nun habe ich die Schwelle überschritten. Persönlich habe ich so sehr profitiert, konnte mich einer längst überfälligen Wahrheit meines Lebens stellen, die ich immer wieder weggeschoben habe. Ich bin so dankbar! Der Ashram hat mir die Sicherheit und die Freiheit geboten, die ich brauchte.

Der ganze Ablauf, die ganze Spiritualität ist geerdet und nüchtern, verankert im Zentrum des Christlichen. Neben der Bibel wurde die Bhagavadgita gelesen – eine Bereicherung auch für Christen. Von Gurugehabe keine Spur, im Gegenteil: die Leitung ist von einer bewunderungswürdigen Einfachheit, haltend und freilassend, verständnisvoll zugewandt und doch die Wahrheit nicht verschweigend.

Ich komme wieder. Ich bin glücklich, diesen Ort entdeckt zu haben.


Margarete

Lieber Bertram,
wie oft erzähle und denke ich an meine Zeit im Ashram Ende August 2011.

Wie deutlich wurde da, was mich wirklich beschäftigt unter meiner Alltagshektik. Überall da wo ich mich berührt fühlte, lagen Schätze begraben, die ich ausgraben konnte mir noch einmal anschauen, um dann mir und anderen zu verzeihen. Im verlaufe meiner Bemühungen mich selbst kennenzulernen und anzunehmen habe ich mich noch einmal mit meiner Familie beschäftigt, ich bekam Hilfe, es entstand Heilung und ich kann spüren, wie mich neue Energien bereichern. Diese Heilung war unglaublich tiefgehend, ich spürte eine unendliche Bedürftigkeit nach Ruhe, es war, wie ein Stück sterben , aber auch ankommen.

Danke für die Begleitung auf dem Weg, zu werden wer ich bin. Ich fühl mich stärker und versehrter …


Claudia, Altenpflegerin, Ostern 2011

Auftauen – Abschmelzen alter Verkrustungen
unter mir: Hände, die tragen – über mir eine segnende Hand
ich tauche auf am Ostermorgen: das Leben kann neu beginnen
reich beschenkt will ich mich verschenken.

Und mit Rose Ausländer:
Wirf  deine Angst in die Luft / Noch darfst du lieben / Worte verschenken / Noch bist du da / Sei was du bist / Gib was du hast.


Klaus, Kaufmann, Weihnachten 2010

Lieber Bertram,
jetzt ist schon der 24. Dezember und es sind genau 2 Monate her dass ich den Ashram nach 10 Tagen des Schweigens verlassen habe. Aber was heißt schweigen? Wenn ich ehrlich bin dann liefen so viele Filme in Bild und Ton in mir ab, dass Schweigen mehr äußerlich war als innerlich. Übrigens, falls du der Meinung bist man könnte diese Zeilen unter Erfahrungsberichte ins Netz stellen, meine Erlaubnis hast du!

Eigentlich wollte ich genau nach einem Monat schon schreiben aber 2 Monate geben noch besser Auskunft, was von meiner 10tägigen Schweigezeit im Ashram geblieben ist.

Zwei Erkenntnisse die ich immer noch vom Oktober präsent habe sind "Ich bin niemand verpflichtet" und "ich kann nichts erreichen".

Zum "niemanden verpflichtet sein" ist mir geradezu schmerzlich aufgefallen, wie oft ich mich genau gegenteilig verhalte. Wenn ich irgendwelche Zusagen gemacht habe, meine ich sie unter allen Umständen einhalten zu müssen, selbst wenn es mir schadet. Wie ein Programm im Computer das abläuft und mich dirigiert. Es fällt mir sehr schwer dann über die Erkenntnis zu handeln, sozusagen gegen das Gefühl. Beispiel: Kürzlich sagte ich meinen Besuch bei einem Kunden zu und obwohl ich krank war und die Wetterverhältnisse eine Verschiebung gerechtfertigt hätten, quälte ich mich hin, um dann meine abklingende Erkältung neu zu beleben und ich lag 4 Tage länger im Krankenbett.

Genauso geht es mir mit dem "ich kann nichts erreichen". Wenn sich diese Affirmation wirklich in aller Konsequenz leben ließe, dann wäre das Leben im SEIN, im JETZT vollkommen. Denn wenn ich weiß, dass ich nichts erreichen kann, sondern das was ich gerade tue mit aller Kraft und Hingabe jetzt tue, ohne auf das Ziel zu schielen; dann stünde das WIE im Vordergrund und nicht das Ziel.

(Sobald ich etwas erreicht habe gebiert es automatisch ein neues Ziel, und solange ich ein Stück weit glaube, dass mein Leben besser gelingt wenn ich das Ziel erreicht habe, solange bin ich auf dem Holzweg).

Eine neue Nüchternheit hat Einzug bei mir gehalten. Ich erkenne mich besser als zuvor und kann besser die ausgefahrenen Gleise verlassen und neue Erfahrungen machen. Dafür bin ich dankbar und überzeugt, dass meine letzter Aufenthalt im Ashram erheblich dazu beigetragen hat.

Ob das was mit Gottesgeburt in mir zu tun hat? Mit Weihnachten?

Lieber Bertram am 31.Mai wird mein Angestellten–Dasein beendet und ich stehe
vor einem neuen Abschnitt. Fest eingeplant ist schon der nächste Aufenthalt im Ashram mit Bertram Dickerhof!

Frohe, frohe Weihnachten dir!

Herzliche Grüße


Sr. Petra, 75, Schweiz
Sommer 2010, geschrieben 2 Monate danach

Was ist es denn, das mich am Ashram Jesu auch beim vierten Mal noch immer fasziniert?

Mir scheint, ich kehre jedes Mal erholt und erfrischt aus dem Ashram zurück. Ich erlebe dort Freiheit. Bei meinem ersten Aufenthalt erfuhr ich so etwas wie Befreiung vom Eingebunden–Sein in meinen Alltag, von Abhängigkeiten, von der Meinung der anderen, von selbstgemachten hohen Idealvorstellungen … So erlebe ich es jedes Mal neu.
Und das, obwohl es doch alles andere als Ferien sind.

Im Stundenrhythmus finde ich mich zu den gemeinsamen Übungen ein: zum gemeinsamen "Sitzen", zu meditativem Gehen, zur Hausarbeit, zum Gottesdienst (Schriftbetrachtung), zu Leibübungen, Kochen, Mahlzeiten, zum Gruppengespräch … Und zwar, von 6 Uhr in der Früh bis 9 Uhr abends (mit einer längeren Mittagspause).

Aber die Stille, die Achtsamkeit, die wundervolle Natur ringsum, bewirken dass mich dieses "Programm" überhaupt nicht stresst; dass ich wieder zu mir selbst finde; dass Wesentliches sich vom Unwesentlichen scheidet – das eben macht mich frei! – und dass ich weitere Schritte tun kann auf meinem Weg zu Gott. Die Spiritualität des Ashram ist ein Weg, der mich voll überzeugt. Der auch zwischen meinen jährlichen Ashram–Aufenthalten weiterläuft.

Für nächsten Sommer jedenfalls habe ich meine Daten bereits ausgewählt. Der Gedanke, 'dann werde ich wieder in den Ashram fahren' stellt mich auf, wenn es mal wieder flau und mühsam wird in meinem Alltag. Ich versuche dann, wieder auf den Boden zurückzukommen, versuche, meine Wirklichkeit zu sehen, anzuschauen, mich damit auseinanderzusetzen. Manchmal wird mir dabei etwas wie Annahme geschenkt.

Ja, der Ashram tut mir gut. Danke euch allen, die dabei waren.
Und Ihr, Bertram und Petra Maria, macht bitte weiter so!


Katharina R., Sommer 2010

10 Tage Grundübung im Ashram Jesu. Schon das Ankommen ist ein Erlebnis. Zuerst Autobahn, dann Bundesstraße, Straße und schließlich ein geteerter Feldweg, der in ein wunderbares Tal führt und am Ende steht die Hirsemühle, der Ashram Jesu. Stufenweise Entschleunigung. Der Ashram Jesu liegt idyllisch schön. Das Haus ist offen, ich brauche keine Pforte zu durchschreiten oder irgendeine Technik bedienen, um reinzukommen, ich trete einfach ein und fühle mich willkommen — vom ersten Augenblick an.

Ich bin zum zweiten Mal im Ashram Jesu. Die Ankunft habe ich wieder sehr intensiv erlebt und es gab ein ums andere Mal ein Wiedersehen und Wiedererkennen.

Am Abend begann der "Kurs" offiziell mit der Vorstellungsrunde und mit der Einführung. In ruhiger und konzentrierter Weise wurde ich Tag um Tag geführt.

Petra Maria, Dir bin ich sehr dankbar für Deine Präsenz und Deine offenen Worte.

Der Rhythmus von Sitzen, Arbeiten und Mahlzeiten, dies alles eingebettet im Schweigen, war wohltuend und brachte mich weiter mit mir selbst in Kontakt. Ich glaubte mich abgeschnitten von meinem Energiefluss, doch das Leben in Achtsamkeit zeigte mir deutlich, das es um das JETZT geht, Immer JETZT. Das hilft mir aus meinen Grübeleien, Bewertungen und der destruktiven Selbstkritik.

Nicht, dass mir eine heile Welt vorgegaukelt wurde und "alles ist gut". Mir sind durchaus meine Brüche in meinem Leben, meine Scherben und vor allen Dingen meine Illusionen bewußt geworden. Anschauen und Dabeibleiben, so lautet die Ermutigung, die Petra Maria nicht müde wurde mir/uns in der Gruppe zu vermitteln. Die Gruppe, das Forum, wo das Schweigen unterbrochen wurde, um Anteil zu geben und zu nehmen, war ein weiterer wichtiger Pfeiler im täglichen Ablauf. Ich habe mich wohl gefühlt in der Gruppe und danke jedem Einzelnen für die Worte, die mir zugesprochen wurden.

Auch die Feier der Messe mit Bertram hat mich sehr berührt und gestärkt. Auf dem Boden Brot und Wein zu empfangen macht mich bodenständig. Danke Dir Bertram für dieses Erleben und für die ermutigenden Worte.

Die Zeit im Ashram war für mich eine erfüllte Zeit. Ich bin gestärkt. Lösungen für meinen Scherbenhaufen habe ich nicht, aber Kraft, Ermutigung und Verbundenheit wurden mir in hohem Maße geschenkt, so dass ich voller Dankbarkeit meinen Weg weiter gehen kann. Ich bin so froh, dass es den Ashram Jesu gibt und ich freue mich auf ein Wiedersehen zum Jahreswechsel.

Von Herzen Katharina


Claudia, 45 Jahre, Franziskanerin, 2010

Als ich das erste Mal im Ashram war, fuhr ich nach Hause und spürte: Ja, es hat sich wirklich etwas in mir bewegt, ich gehe anders wieder heraus. (Wie oft hoffte ich auf "Besserung" nach den Exerzitien und es blieb im Grunde doch alles beim Alten).

Der Ashram ist anders und einmalig, ja "verrückt und genial": Verrückt, weil er meine Vorstellungen von "Fromm sein" verrückt und genial, weil ich jedes Mal am Ende des Aufenthaltes staune, dass Gott so ganz anders wirkt.

Ich genieße die Einfachheit und Schlichtheit und sauge sie fast in mir auf. In den Gottesdiensten spüre ich so eine dichte Atmosphäre und hab das Gefühl, ich kann das Leben mit den Händen greifen.

Das Einüben in die Achtsamkeit, in das Leben im hier und jetzt ist am Anfang ungewohnt, aber unheimlich wohltuend und befreiend. Es führt in der Meditation weiter und tiefer in das Geheimnis von Kreuz und Auferstehung. Ich durfte das wie eine "Initialzündung Gottes" im ersten Aufenthalt deutlich erfahren. Und ich ahne oder verstehe seit damals ein winziges Stück mehr vom Geheimnis des Glaubens. Ohne Leid gibt es kein Leben. Im Ashram geht es darum, sich dieser Wahrheit zu stellen und auszuhalten, was ist. Das ist manchmal alles andere als leicht und trotzdem oder gerade deshalb zieht es mich immer wieder in die Hirsemühle.

Überhaupt spüre ich auch in den Gesprächen, im Umgang miteinander eine sehr große Freiheit und Wertschätzung, die Ihr, Petra Maria und Bertram, uns vermittelt.

Die 45 minütige Meditation (und wie ihr sie anleitet), die Gehmeditation, das Arbeiten, Essen im Schweigen, freie Zeit, die Jogaübungen, Wortgottesdienst, das alles ist für mich so in sich stimmig, dass ich auch meist nach den Einführungstagen bei der Tagesordnung bleibe, weil sie für mich so gut passt. Etwas Besonderes ist die Gruppe, der Austausch am Nachmittag, was einen bewegt. Sie ist sehr bereichernd, aber auch herausfordernd und ich konnte viel durch die anderen lernen.

Als Gast durfte ich mit einer Selbstverständlichkeit da sein, als ob ich schon immer hier wohnen würde.

Alles in allem bin ich einfach glücklich, dass es den Ashram gibt und traurig bei dem Gedanken, dass sein Bestehen gefährdet ist. Es würde eine ganz wichtige Schule des Lebens fehlen, in der Christen, Nicht–Christen, Gläubige und "Ungläubige" eine gemeinsame Erfahrung machen: Gott ist größer und weiter, als wir je ahnen und sein Geist ist im Ashram zu spüren.

Danke Bertram, Danke Petra Maria!


Horst, Pastoralreferent, 2010

Ein Kurs „Meditation intensiv“: 

Ich hätte nie erwartet, innerhalb der katholischen Kirche ein Zentrum zu finden, das die alte, klassische Vispassana Methode in so reiner und konzentrierter Form lehrt. 

Danke an Sr. Petra Maria Hothum für die klare, wache und nüchterne Leitung! 


Martina, 53 Jahre, Theologin, 2010

Sitzen und nochmal sitzen und nichts tun   nur achtsam sein   geduldig – achtsam – liebevoll   achtsam  nur Atem nur Gefühle nur Körper nur Geräusche   auf alles achtsam sein und geduldig und liebevoll   langsam durchs Haus gehen und langsam kochen, spülen, Bad putzen noch langsamer essen trinken Zähne putzen   still werden und immer stiller ungeduldig werden und immer ungeduldiger und wieder zurück zur Achtsamkeit und nicht mehr wollen knatschig sein, wütend, ungehalten blöde Sitzerei auch das achten   und da: eine Melodie – sei stille dem Herrn und harre auf ihn er wird dir geben, was dein Herz wünscht –   Stille erleben Kraft Licht   Liebe.


Christel, 48 Jahre, Kinderkrankenschwester, 2010

Die Zeit im Ashram war für mich keine leichte, aber eine gute zeit. Der Ashram schenkt den Rahmen, durch den man die Möglichkeit hat, bei sich selbst wieder anzukommen. Man erfährt und spürt sich und darüber hinaus wurde Gott für mich wieder neu erfahrbar. So wie Jesus 40 Tage in die Wüste ging um sich über seine Aufgabe klar zu werden, kann man 10 Tage in die Wüste (karg, einfach) des Ashram Jesu gehen und sich selbst und Gott finden. Die Menschen, die einem dort begegnen, werden in der Gruppenerfahrung zu "Engeln", die einen durch alles, was einem widerfährt, hindurchbegleiten. Man ist mit seinen Erfahrungen nicht allein.

Wirklich bei sich anzukommen, zu Schweigen und im Schweigen Gemeinschaft erfahren, ich kann es nur allen empfehlen, es zu probieren. Es ist nicht leicht und es gibt Tage, da will man aufgeben, doch es lohnt sich, den Prozess ganz zu durchleben, denn an diesem Ort ist Gottes Geist spürbar.


Ada, Sommer 2009

Ein paar Wochen nach meiner Zeit im Ashram Jesu – Christliche Lebensschule will ich versuchen, einige meiner Eindrücke in Worte zu fassen.

Das Einanderdurchwirken von Sprechen und Schweigen, etwas tun und in Muße sein, einander begegnen oder etwa schweigend zusammen spülen und Alleinsein, in Bewegung sein und Stillhalten, mit etwas beschäftigt sein und unterbrechen müssen, vorgegebenem Zeitplan und Selbstentscheiden, gab mir Gelegenheit, mein eigenes Verhalten – das innere wie das nach außen – wie unter einem Vergrößerungsglas zu betrachten. Da hinein sickerten die gemeinsam gelesenen und bedachten Texte, die in ihrer Schlichtheit wunderbaren Gottesdienste, Lehre, Weisung, und natürlich die Stille, insbesondere das gemeinsame Stillsein – Bertram, Dein untrügliches Timing der Stillephasen, z. B. am Ende der Mahlzeiten, den Rand des Möglichen ausbalancierend, das ist prachtvoll! –.

All diese Zutaten, plus x ( es gibt noch mehr, nicht alles kann oder will ich benennen), brachten und hielten – unterstützt und befeuert durch Meditation, Gespräche und begleitende Gruppe – einen bewegenden inneren Prozess in Gang, den meine vorsichtige und kritische Ratio nicht so dringend wie sonst unter Kontrolle halten musste. Denn: Ich war durch Meditation, Stille, Gespräche, Gruppe, die umgebende Landschaft, und x (s. oben) dermaßen mit meinem vollen Gewicht auf der Erde, wenn nicht gar eingelassen in die Erde, dass es nicht viel gab, was mir gefährlich werden konnte (eigentlich hauptsächlich die Gänse auf dem Weg zum Schwimmen und meine überwältigende Unfähigkeit angesichts praktischer Aufgaben). Diese kolossale, physisch erfahrene, und über einen ungewöhnlich langen Zeitraum zuverlässige Erdung hat mich wirklich sehr beeindruckt. Auf solchem Boden wachsen die erstaunlichsten und wunderbarsten Dinge – Singen zum Beispiel: eigentlich keine bekannte Stärke von mir, im Ashram quoll das nach einigen Tagen so unaufhaltsam aus mir heraus, dass ich zu einer entfernteren Weide pilgern und den Jungbullen von Oberzeuzheim Schubert vorsingen musste, bis der Verdacht schöpfende Bauer mich in die Flucht schlug. — Danke, dass ich in der letzten Messe etwas singen durfte, das hat mich sehr beglückt und krönte dieses überraschende Projekt.

Eine weitere Überraschung war, wie lieb mir die „Gruppe“ – als Mittel der gegenseitigen Begleitung, wie auch als einzelne Personen – geworden ist. Das Engagement, mit dem man sich aufeinander einließ, die Kreativität bei dem Versuch, einander weiterzuhelfen, der Mut, sich auf teils heikles Terrain zu wagen und dort auszuhalten, die klare, aber nie manipulierende Leitung, der gegenseitige Respekt, aus dem wachsende Verbundenheit wurde: Das ging mir sehr zu Herzen, und es war überaus hilfreich und nützlich.

Ich könnte noch etliches beschreiben: die fein dosierten Anleitungen zur Meditation, das köstliche Essen, das herrliche Lachen, das Baden im Elbbach, den Duft des Meditationsraums … Besonders bemerkenswert finde ich die Nachwirkungen des Ganzen: Ähnlich den „Retard“–Präparaten z. B. von Vitaminen, breitet sich der „2–Wochen–im–Ashram–Jesu“–Wirkstoff immer mehr in mir aus, der Alltag wird zur Forschungsreise (mitunter ziemlich irritierend), Meditieren zum Grundnahrungsmittel. Die innere Bewegung, die mich in den Ashram gespült hat, erfasst mich zunehmend; zugleich habe ich Erfahrungen und Werkzeuge bekommen, die, hoffe ich, Mut, Tapferkeit und Humor in mir wach halten, sodass ich mich dieser Bewegung mit Vertrauen überlassen kann.

Ganz vielen Dank an die so fruchtbare Gruppe und besonders an Euch, lieber Bertram, liebe Petra Maria.

Und, wie es am Schluss jeder Meditation bei Euch heißt: Ich verneige mich vor dem, der uns trägt.


Monika, eine Suchende, März 2009

Lieber Bertram,

auf der Suche nach den leisen Tönen im Leben stieß ich Anfang des Jahres durch glückliche Umstände auf den Ashram Jesu. Es folgten 10 Tage Grundübungen in Deiner und Petra Marias Obhut, deren Auswirkungen auf mein Leben ganz entscheidenden Einfluss nahmen. Wohin der Weg mich führt weiß ich nicht, doch ist mir auf wunderbare Art gewahr geworden, wie sehr mich das Wissen um das Nichtwissen nachhaltig bereichert.

Von Dir fühlte ich mich im Geiste Jesu an der Hand genommen und aus der Dunkelheit ins Licht geführt. Besser als meine Worte können die Texte aus dem Elias meinen Erfahrungen Ausdruck verleihen: "Siehe, der Hüter Israels, er schläft noch schlummert nicht. Wenn du mitten in Angst wandelst, so erquickt er dich." – "Hebe Deine Augen auf zu den Bergen, von welchen dir Hilfe kommt. Deine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet schläft nicht, der dich behütet schläft nicht." – "Wer bis an das Ende beharrt, der wird selig."

Die intensive Achtsamkeit auf alle meine Sinne ließ mich in der Ruhe und Geborgenheit des Ashram Jesu zarte und hoffnungsvolle Töne wahrnehmen, erhellte meinen Geist und durchflutete mich mit großer Dankbarkeit. 


Rita, März 2009

Als ich vom Ashram zu Hause ankam hatte ich von mir das Empfinden: "Es kommt ein Schiff geladen bis an sein höchsten Bord."

Es ist viel geschehen in diesen 10 Tagen, über – im Verhältnis dazu gesehen – "kleine" Dinge: der Eindruck, den der kleine Stausee im Fluss auf mich machte …, das Vergessen meines Spüldienstes am Morgen …, das Hören vom Tomatenschälen des Kochs …, ein Mann, der zu mir sagte: "Ich saß Rücken an Rücken mit einem Menschen (!) und habe nichts gespürt" …, ein "Danke", das hineinfuhr und verband.

Und dann war da die Gruppe, obwohl ich doch "meins" weiterverfolgen wollte. Es stimmte: Ich kann mitsteuern, aber es lässt sich eben nicht alles steuern. Es war ein längerer Weg hin zu dem: Wenn jetzt Gruppe ist, dann ist sie jetzt eben ein Teil dessen, wie es mir geht, ein Teil von "meinem" … Ich bin manches Mal fast bestürzt über die Tiefe, die sich in solchen "Banalitäten" auftut. Genauso geht es mir wenn ich sehe, was in der Gruppe untereinander und in jeder/m einzelnen geschieht. Mir kommt das Bild von uns allen als Brunnen, in deren Tiefe über das "Grundwasser" eine gemeinsame Verbindung besteht und ein geheimnisvoller Austausch geschieht …

Ich habe dich, Bertram, dabei als wesentlich erlebt. Du hast Resonanz gegeben auf ganz tiefer "Frequenz" und bist für die Tage des Kurses die dafür nötige Beziehung mit jeder/m von uns eingegangen, verlässlich und verbindlich. Danke! Auch für alles, was wir dich dabei gekostet haben. Danke allen, die wir zusammen unterwegs waren! Ich habe das Gefühl, ich durfte an Begegnungen der Liebe in der Liebe wachsen und mich weiten.


Andreas, 43 Jahre, Schauspieler, März 2009

"Nicht ich habe Gott, aber Gott hat mich" – Diese Aussage Ernst Barlachs begegnete mir in der intensiven Zeit nach den Ashram–Tagen sehr schmerzlich. Und sie fasste mein Erlebnis zusammen.

Bertram, den Glamour des Buddhistischen, der mir über so viele Jahre Entfernung vom Christlichen lieb geworden war und den ich hier im Ashram ganz eindeutig vermisste, Du weißt… ich habe ihn nach der Ashram–Zeit nicht mehr gesucht. Überhaupt sind mir mit dem Ashram erhebende Gefühle in Richtung Heiligkeit fremd geworden. Und auch die Suche nach solchen Gefühlen.

Ich möchte das erklären: ich glaubte mein ganzes, bisheriges Leben lang, einen besonders direkten Zugang zu Gott zu haben. Auch in den langen Jahren der Entfernung von Kirche und Glaube blieb mir z.B. das Jesusgebet ständiger Begleiter. Das war sehr tröstlich… und auf der Erfahrungsebene – gegen alle gedanklichen und psychologischen Skrupel in puncto Glaube – war dies ein gefühltes "aber Gott hat mich". Jetzt beginne ich neu mit dem christlichen Glauben, sage, dies ist mein Glaube und es geschieht etwas völlig Unerwartetes, ja Paradoxes: die neue Glaubensgewissheit spricht sich nicht in gloriosen Gedanken– und Herzenssprüngen aus, sondern – sehr unerwartet – in einem: Nicht ich habe Gott… Es gibt keine frommen Abkürzungen, für den Frommen (wohl auch) keine Abkürzungen in die Heiligkeit. Es hat sich mir eine alte Illusion zerschlagen: "Heilig, heilig, heilig…" ist nicht für mich erfunden und schon gar keine Aussage über den Beter; so gerne er das auch hätte (Kitsch as Kitsch can)…

Was bleibt ? Ich mag den Begriff des ‚Vacare deo' = ‚Frei, leer werden für Gott' sehr gerne. Und ich spüre, dass dieser Begriff (immer noch) stimmt. Solange ich in den raum–zeitlichen Bezügen unserer Erde leben darf… ist alles sehr konkret und nüchtern–untersuchenswert: Mit allen Sinnen wach werden und bleiben ! Rausch scheint der Wahrheit abhold. Also gehe ich (mit einigem nützlichen Ashram–Gepäck) neu an ‚meinen' Glauben heran.


AK, März 2009

Das Ashram Jesu, nichts Besonderes, oder doch!

Die Meditationswoche intensiv war eine wichtige und intensiv gelebte Woche. Die Mühle liegt sehr idyllisch im Westerwald bei Limburg und bietet für Meditationen und das Schweigen das richtige Umfeld. Durch die Stille und das Schweigen hat sich bei mir die Selbstbeobachtung und Achtsamkeit geschärft. Innerer Aufbruch und ein bisschen mehr Klärung fanden ihren Weg bei der Sitz– und Gehmeditation.

Große Freude hatte ich als Koch, denn einmal durfte ich für die ganze Gruppe kochen, tolles Erlebnis!

Das Ashram Jesu kann ich jeder Privatperson ans Herz legen und auch die Geschäftswelt kann im Ashram Jesu profitieren, nach dem Motto Indoor und Outdoor. Leider ist hier nicht der Ort, um Details zu berichten, das Erlebte würde einige Seiten füllen. Vielen Dank für die Erfahrungen und das "einfache Leben" im Ashram. Mein Dank an die komplette Gruppe.


Sr. Petra, Schweiz

Schön! Ich konnte tatsächlich ein zweites Mal im Ashram Jesu sein (2008). Wie mich das freut!

Befürchtungen im Vorfeld: Vielleicht bist du enttäuscht? Vielleicht schmeckt es dir nicht mehr? Vielleicht wirst du des Meditierens überdrüssig? und ….

Nein, enttäuscht war ich nicht. Es war wie ein Heimkommen. Und es bleibt dabei: Der Ashram Jesu ist für mich zu einer wichtigen Einrichtung in meinem Leben geworden. Wohl lagen dieses Jahr über meinem Ashram–Aufenthalt Schatten: Bertrams Gesundheit machte mich besorgt; außerdem eine anderweitige Verpflichtung an einem Tag, so dass er nicht immer dabei sein konnte. Auch war die Gruppe in "meinen" zwei Wochen arg klein, so dass ich im Stillen um den späteren Fortbestand des Ashrams bangte.

Aber das Erstaunliche: Ich finde trotzdem ein ausgewogenes Ganzes. Der Rahmen und der Lebensstil dort bewirken, dass der Prozess in mir weiterläuft, der letztes Jahr eingesetzt hat.

Ich schrieb damals, ich hätte ein Stück Selbstannahme gewonnen. Bei meiner Abreise dieses Jahr glaubte ich, jetzt sei die Annahme der Realität um mich herum angesagt. Weit gefehlt! Jetzt – drei Monate später – merke ich, dass ich immer noch daran bin, mich selbst annehmen zu lernen, millimeterweise. Die Leitworte "gelassen, liebevoll" fördern mich auf diesem Weg. Und wieder: Die Wirkung hört nicht auf, es wirkt weiter, oft langsam und unbemerkt. Aber "es wandelt sich" in mir. Darüber bin ich so froh.

Deshalb:

  • Der Ashram Jesu stimmt für mich, weil ich glaube, dass Achtsamkeit für Körper und Gefühle viel mit Inkarnation, Menschwerdung zu tun hat.
  • Der Ashram Jesu stimmt für mich, weil meine Bodenhaftung gewahrt bleibt.
  • Der Ashram Jesu stimmt für mich, weil der Aspekt der Gemeinschaft seinen so wichtigen Platz hat.
  • Der Ashram Jesu stimmt für mich, weil ich mit seiner Philosophie die ignatianische Spiritualität neu ausbuchstabieren lerne.

Kurz und gut: Ich will auch in den nächsten Jahren jeweils eine Ashram–Zeit in meinem Kalender einplanen. Euch allen, die ihr zum Ashram Jesu gehört, besonders Bertram, Peter, Petra Maria, ein ganz großes und herzliches Vergelt's Gott!


Elke, August 2008

lieber bertram, liebe petra maria, liebe mitstreiterInnen!

grundübungen. das trifft die sache genau. achtsame liebevolle gelassenheit einüben in den alltäglichen grundvollzügen. wie schwer das ist! beim essen und beim gehen gehts ja noch aber beim arbeiten merke ich doch, wie mir die eile und die druckvolle schnelligkeit anhaften, ja regelrecht eingefleischt sind. dabei in allen dingen und vor allen dingen darauf zu achten, wie es MIR geht, meine mitte zu spüren und was ich in meiner mitte merke hat mir das gefühl gegeben mit beiden beinen fest auf dem boden der tatsachen zu stehen, mir meiner selbst sicher sein zu können – den weg zu meiner melodie vielleicht doch finden zu können. bei der sehr langsamen und achtsamen gehmeditation merkte ich manchmal, dass ein schritt nicht auf anhieb gelingen wollte, vielleicht wegen einer bodenerhebung oder so. nahm ich den schritt zurück und versuchte es neu, dann gelang der nächste schritt und war sicher. trieb ich mich aber voran, dann stolperte ich nicht nur einen, sondern die nächsten drei auch gleich mit. auf diese weise habe ich mich vielleicht manchmal auch in anderen lebensbereichen "verstolpert". erinnern möchte ich mich in zukunft. beim essen, gehen arbeiten, streiten und lieben. erinnern – wieder verinnerlichen den dreiklang achtsam – gelassen – liebevoll.

in der sonntagspredigt fasste bertram dann die erfahrungen der 10 tage zusammen:

barmherzig sein zu mir selbst. in meinem sosein wie ich gerade bin. mein sosein für wahr nehmen und gelassen und liebevoll annehmen und hinhalten in dem vertrauen, dass heilung geschehen kann und heilung in christus geschehen wird.

grundübungen – grunderfahrungen sammeln, zu sehen, ja so mache ich's. so sehen es die mitmenschen in der gruppe. so fühle ich mich damit. das löst es aus. mich aushalten, mich anderen zumuten in meiner eigenart. das war ein richtiges abenteuer. spannend, aufschlussreich, voller lebendigkeit, auch leidvoll und schmerzhaft. danke, petra maria. danke hubert, renata, willi, stephan, danke bertram für dein verständnis meiner situation.

liebe–voll, eure elke


Stephan, August 2008

Die zehn Ashram–Tage waren für mich: neu, intensiv, ruhig, emotional, reich, tief, verwirrend, aufwühlend, traumreich, besinnlich, warm, ehrlich, anstrengend, lang, kurz, vielschichtig, lebendig, erkenntnisreich, sonnig, gewittrig, entspannt, unverständlich, klar, grün, gedankenreich, wach, abschließend, mutig, freudig, traurig, sinnreich, wohltuend, bewusst, achtsam, ICH.

Mein aufrichtiger Dank gilt Petra Maria, Elke, Renata, Hubert, Willi und natürlich Bertram !!


Martina, im Marketing–Bereich tätig, August 2008

Nun bin ich [2008] zum zweiten Mal im Ashram Jesu gewesen. Und diesmal war alles völlig anders! Beim ersten Mal verspürte ich eine intensive Spiritualität, bin Gott frontal begegnet. Und diesmal: Blockade, Stagnation, Verzweiflung. Dabei erhoffte ich mir insgeheim in einigen Punkten Klarheit zu erhalten. Doch Gott hatte seinen eigenen Stundenplan für mich!

In der Nachbetrachtung dämmerts mir: Der Ashram ist wie ein Navigationssystem, bei dem man (besser) kein Ziel eingibt und doch am richtigen Punkt ankommt. Es ist gerade das Zusammenwirken der einzelnen Elemente, die den Ashram so einzigartig machen und dieses "Ankommen" ermöglichen:

Alles hier hat sein Maß. Der feste, schlichte Rahmen bietet genügend Raum für das Wesentliche. Das Maximum ist nicht das Optimum!

Die Meditation, das Schweigen, lassen Dinge an mich herantreten, denen ich im Alltag so gerne ausweiche. Ich erlebte Brüche und erfahre, dass gerade an diesen Bruchstellen etwas Neues "aufbrechen", wachsen und reifen kann.

Die intensivste Erfahrung lag in den Begegnungen. Mein großer Dank geht an die Gruppe, auch an Petra Maria und Bertram, die (mich) ausgehalten haben, auch konstruktiv dagegen gehalten haben. Es ist nicht leicht, sich eigenen Schwächen zu begegnen. Und da kommt plötzlich Trost und Ermutigung: die Stellen aus dem Matthäus–Evangelium, die Bertram mit uns in der Lehre behandelte, waren "alte Bekannte" – und doch trafen sie mich plötzlich mit großer Wucht. Sie drangen mir unter die Haut und sickern noch immer in tiefere Schichten . Ich begreife das Christliche neu …


Bettina; Reiki–Meisterin, August 2008

Wieder zu Hause. Eine Woche vor Beginn des Kurses im Ashram Jesu spielte mir der "Zufall" den flyer in die Hand. Ein Platz war noch frei. Für wen anderen sollte der sein, als für mich, dachte ich.

Ich regele meine Belange gern allein mit Gottes Hilfe, aber seit einem viertel Jahr hatte ich nachts nicht geschlafen, weil meine Sensibilität gegenüber der Missstände in der Welt dermaßen stark erhöht worden war, dass energieraubende Umstände, wie Elektrostrahlung und andere negative Energien, ja sogar menschliche Blicke ein furchtbares Brennen in meinem Inneren verursachen konnten. In mir stieg mehr und mehr der Wunsch auf, Hilfe von Außen zu bekommen. Aber wem vertrauen?

Als ich dann die Ashram–Jesu–Seite im Internet besuchte, wusste ich sofort, das ist es! Und meine Intuition hatte wiedermal recht. Nach sieben Tagen wohltuendem Schweigen, schmerzlich–wundervoller Meditation und bewegendem Gruppengespräch, stellte sich der Wandel ein. Tiefere Gefühle meldeten sich, ich komme wieder mehr und mehr in meine Mitte und ICH SCHLAFE WIEDER. Gott sei Dank.

Die schwierige Situation zu Hause hat sich entspannt. Einige ashrammäßige Veränderungen, wie endlich wieder geregelte, gemeinsame, schweigsame Mahlzeiten und abends besprechen: Wie war dein Tag? Wie geht es dir mit dem Erlebten? Meditation morgens und abends übe ich weiter und die Achtsamkeit im Alltag möchte ich mir erhalten. Ob und wie das nachhaltig funktioniert, wird ein Eintrag ins Gästebuch erläutern, in einigen Wochen, denk ich.

Danke Bertram für deinen Rat und für dein Mühen um den Ashram. Danke Petra Maria, dass du mich wieder ein Stück runter geholt hast. Danke Manuela für das angenehme Zusammenwohnen. Danke Birgit und Heino für die guten Verlängerungstage, die mir noch mal sehr viel gebracht haben. Danke der Gruppe und allen Bewohnern des Ashram, dafür, dass sie Suchende sind, für die Heilung der Welt. Danke Jesus Christus, dass deine starke und doch so sanfte Energie überall im Ashram, aber vor allem in der Meditation, so wunderbar spürbar ist. Ich hoffe der Ashram besteht noch lange Zeit, möchte gern noch oft in den Genuss kommen dürfen, auch in weniger kritischen Situationen, einfach um aufzutanken.


Uwe, 2007

Ich war auf dem Ashram vom 01.09. bis zum 08.09.2007. Grüße auch an alle, die mit in dieser Zeit da waren.

Kurz,: es hat mir gut getan.

Ich konnte davon wichtige Anregungen mit in meinen Alltag nehmen. Ich wusste schon, noch während des Ashrams, dass das bewusste Leben in dieser Intensität zuhause nicht lange anhalten würde. Trotzdem kann ich sagen, dass die Idee bzw. das Gefühl des "im Jetzt seins", auf das ich im Ashram aufmerksam gemacht wurde, für mich auch heute noch des öfteren von Bedeutung ist. Ich probiere es, seit dem, von einem Monat Pause abgesehen, regelmäßig morgens 15 Minuten zu meditieren. Dabei kreisen bei mir aber jetzt immer die Gedanken. Wer mit in meiner Gruppe war wird vermuten können worüber. Also, perfekt ist noch lange nicht alles, aber ich habe schon im Ashram wichtiges dazugelernt. Ich gehe jetzt auch viel spazieren. Hierbei schaffe ich es dann doch, das "im Jetzt Sein", auch wenn auch hierbei meine Gedanken oft um Vergangenheit und Zukunft kreisen.

Ich würde auch gerne wieder an dem Ashram teilnehmen und werde mal gucken wie das mit Terminen im neuem Jahr ist. Es ist bestimmt nicht schlecht für eine Auffrischung und Vertiefung des Erlernten.

Dann noch, das: Das Essen hat mir immer gut geschmeckt. Für mich war es schön, dass es die ganze Zeit durch vegetarisch, und auch oft etwas scharf war.

Und was sehr wichtig war,: Die gute Anleitung, die in meiner Gruppe Du, Bertram hattest. Dabei haben wahrscheinlich diese 5 wichtigen Eigenschaften mit eine Rolle:

Du hast eine Starke Schulter, an die man sich anlehnen kann und Dir vertrauen kann. Du hast eine gute Beobachtungsgabe. Du guckst ein Stück weiter, was wirklich gut für einen ist anstatt dich gleich mit dem ersten Gefühl mitreißen zu lassen. Du bist ehrlich, so dass Du einem auch mal eine schmerzhafte Wahrheit ins Gesicht sagst. Du hast eine Güte an Dir, so dass man Dir vertrauen kann und auch das annehmen kann, was Du sagst.

Vielen Dank an Bertram, Petra Maria, Andreas, Steffi, und an alle Teilnehmer aus meiner Gruppe. Und alles Gute und viele Grüße an alle!


Sr. Gertrud

Im Rückblick auf das vergangene Jahr kann ich erkennen, wie meine Ashram–Erfahrungen in meinem Leben nachwirken. Die Lebensweise des Ashram – Stille, einfaches Leben, Arbeit, Gruppengespräch, Meditation, Gottesdienst – half mir im Ashram und hilft mir auch jetzt, zu meiner Kraftquelle zu kommen, aus der ich leben kann. Die Lebensweise im Ashram fordert mich heraus, wahrzunehmen und anzunehmen, was ist, Heilung und Erlösung in meinem Leben geschehen zu lassen.

Ein Wort von Sören Kierkegaard, das mich schon lange Zeit begleitet, drückt für mich Wesentliches meiner Ashram–Erfahrungen aus: "Meine Aufgabe ist es, Platz zu schaffen, dass Gott kommen kann." Der Ashram gibt mir die Ausrüstung, um diese Aufgabe zu erfüllen zu suchen. Seit 2004 nahm ich jährlich 14 Tage am Ashram teil. Jedes Jahr kam ich im Ashram an, in meiner jeweiligen konkreten Situation, und ging neu gestärkt und "ausgerüstet" wieder zurück in meinen Lebensbereich.

Danke für dieses Angebot! Gott segne alle, die den Ashram ermöglichen und alle, die an ihm teilnehmen.


Sr. Annemarie, Franziskanerin aus Österreich

Eigentlich möchte ich gar nichts schreiben; denn alles was ich schreibe kann niemals das ausdrücken, was ich empfangen habe. Bertram sagte des öfteren, dass Gott bereiter ist zu geben als der Mensch zu empfangen. Da hat er Recht. Seit Ashram Jesu ist eine Veränderung spürbar – die mir selbst nicht fassbar ist. Um nur einiges zu schreiben: Die Dinge erledige ich jetzt mit weniger Unruhe als sonst. NICHTS EILT UND DRÄNGT MEHR WIE FRÜHER; DENN ALLES IST IRGENDWIE NICHT SO WICHTIG!!!! Du bist ja ganz verändert, sagte eine Mitschwester kürzlich usw. …


Birgit

Ich denke von mir sagen zu können, dass mich die Zeit im Ashram verändert hat. Verändert ist meine Einstellung zur Welt und zu meinen Mitmenschen. Ich fühle heute mehr, dass das Trennende und Abstandschaffende in mir und nicht im Außen zu finden ist. Meine Haltung, meine Wut, meine Einstellung trennt mich von den Mitgeschöpfen und der Welt. Ich bin die Aktive die sich abwendet. Seit dem ich dies im Ashram erfuhr, habe ich mehr Freiheit in der Gestaltung meiner Beziehungen. Ich übernehme die Verantwortung für meine Gedanken und Einstellungen. In meinem Leben ist mehr Liebe, da ich mich für ein Leben der Liebe entschieden habe. Ich habe erkannt, dass wenn wenig Liebe in meiner Welt ist, dies von mir gemacht ist. Ich kann mich für ein Leben ohne/mit wenig Liebe entscheiden oder für ein Leben der Liebe.

Ich habe im Ashram Gott erneut verloren. Erneut zerrann meine Gewissheit, dass ich Gott erkannt habe. Einen Monat später bin ich morgens im Zug gefahren und ich wurde berührt. Ich habe keine Angst mehr, Gott zu verlieren. Er gibt mich nicht verloren und ich weiß nun, dass er mich immer wieder findet. Gewandelt finde ich Gott und Gott mich. Der Gott meiner Kindheit ist verloren und mein Herz wird kindlich. Mit diesem kindlichen Herzen finden wir – Gott und ich – uns. Ich freue mich schon im nächsten Jahr erneut mich im Ashram verlieren und finden zu dürfen.

Die von mir geschilderten Gedanken sind komplex und die Ausführungen sind holprig. Ich hoffe man kann ihnen trotzdem folgen.

Shalom Birgit


Sr. Rita, Karmelitin

Durch die Ashram–Exerzitien habe ich neu erlebt, wie menschliche Beziehungen, Meditation und die Beziehung zu mir selber miteinander verwoben sind. Sie haben sich für mich in diesen Tagen intensiviert bis hin zu Erschütterungen, die ich auch durchleiden musste.

Wünsche und Erwartungen in alle drei Richtungen, die dem, was ist, nicht entsprechen, wurden liebevoll aber sehr wahrhaftig mit der Wirklichkeit konfrontiert, was wirklich weh tat. Aber gerade an diesem Punkt durfte ich Wandlung und Beschenktwerden erfahren von Gott her, am Punkt des "so nicht mehr. – Aber wie denn?"

Ich wurde zu Hause gefragt: "Ist dieses Meditieren im Ashram für dich Gebet?"

Was ich dazu sagen will: Mein Umgang mit Jesus über Vorstellungen, gedankliche oder gemüthafte Zwiesprache ist sehr stark zurückgetreten. Aber ich meine, Ihn von einer tiefen Ebene her ganz neu verstehen zu lernen und zu "kennen". Mir scheint, dass der wahrhaftige und nüchterne Kontakt mit mir selber und mit der Wirklichkeit, in den mich diese Meditationsweise führt, der Boden ist, auf dem mir alles geschenkt wird. Auch, was meinen großen Wunsch betrifft, in Gott zu leben, und zwar in allen Dingen, in den guten und in den schweren Stunden. Danke Petra Maria, Bertram und der Gruppe!


Sr. Petra, Schweiz, 72 J.

Auch aus räumlicher und zeitlicher Distanz bewundere ich immer noch, welch grossartige "Erfindung" der Ashram Jesu ist. Angefangen bei der einfachen schwarzen Tafel mit dem weissen Schriftzug am Eingang bis hin zum wohldurchdachten, ausgewogenen Tagesablauf. Der Wechsel von "Sitzen", Arbeit, Gottesdienst, Leibarbeit, Freizeit, Gruppe … es wurde mir nie langweilig, und ich wurde nicht müde, obwohl das Ganze doch recht fordernd ist.

Es bleibt dabei, auch nach mehr als einem Monat:

Meine 7 Wochen Auszeit im Ashram Jesu waren für mich die Chance meines Lebens, ein richtiges Geschenk.

Für mich lief diese beglückende Erfahrung auf zwei Ebenen: Zunächst: Die einmalige Lage der Hirsenmühle, das verwinkelte Haus, irgendwie abenteuerlich, Selbstversorgung … Mich in diesem Leben zurechtzufinden war allein schon recht aufregend für mich in meinem Alter. Ausserdem die Felder, der Wald, der Teich und der Bach, die vielen Tiere in nächster Nähe, der Wind in den Haaren … Wie hab ich das alles genossen und wie neu entdeckt! Dann die andere Ebene: Das einfache und langsame Leben, die Meditation, die Stille, die Begegnungen – auch ohne Worte –, die Gruppe … Alles habe ich so intensiv erlebt. Ich fühle mich in der Tiefe erneuert und erfrischt. Und das Schönste: es hält an, obwohl mein Alltag gleich bewegt ist wie zuvor. Der Gewinn meiner Ashram–Zeit ist ohne Zweifel, dass ich ein gutes Stück Selbstannahme gewonnen habe. Ich lasse seither die vielfältigen Anforderungen gelassener an mich heran. Und vor allem, ich merke, was ich nicht mehr an mich heranlassen will. Meine Einstellung hat sich gewandelt, ich kann das gar nicht genau erklären. Es ist "mir einfach geschehen."

Da ich 7 Wochen im Ashram war, konnte ich auch erleben, über welche Bandbreite von Reaktionsmöglichkeiten Du, Bertram, verfügst. Der Rahmen, die Meditationen und die Anleitungen waren konstant und verlässlich und boten daher viel Geborgenheit. Und doch war keine Woche gleich wie die andere, natürlich wegen der verschiedenen Gruppen. Aber auch weil Du so einfühlsam auf die verschiedenartigen Personen und Situationen eingehst. Toll! Bleibt noch die Zusammenarbeit, auch diese total unterschiedlich. Deine Stimme, Petra Maria, begleitet noch immer den Anfang meiner Meditation: "Wir nehmen unsern Sitz ein …" Du warst ein wohltuend ruhender Pol im Ashram. Und später Du, Angela: Obwohl ich dich nicht in der Gruppe erleben konnte, spürte ich viel selbstverständliche Ermutigung in den simplen kleinen Begegnungen des Alltags. Es war schön mit euch beiden, und vor allem spürte ich ein gutes Vertrauensverhältnis im Zusammenarbeiten mit Bertram.

Es war schön mit euch allen. Ich danke euch ganz herzlich, es hat mir so gut getan. Und ihr könnt sicher sein: ich komme wieder. Ich habe jetzt schon Heimweh nach dem Ashram Jesu.


Teresa, Noviziatsleiterin

Mir in die Augen schauen

Es ist ja nicht so, dass ich das erste Mal beim Ashram gewesen wäre, stellenweise jedoch hatte ich den Eindruck, Erfahrungen ein erstes Mal durchzumachen, durchzuleben, durchzustehen. Achtsam, gelassen und liebevoll den Abstieg ins eigene Innere anzugehen ist jedes Jahr neu ein gewisses Risiko, wer weiß was die Seele bereithält? Mir sehr fremden Anteilen bin ich heuer begegnet – so fremd, dass ich sie zuerst gar nicht als ICH erkannte! Gesträubt habe ich mich, wie eine Katze, die man in einen Käfig sperren will – mit allen Vieren dagegen, nur nicht dort hin! Wieso halte ich das hier für erzählenswert?! Weil ich denke, dass sich das Ergebnis lohnt – dieses Risiko der Selbstbegegnung birgt auch Befreiung, atmen können, loslassen dürfen, das Schöne wieder wahrnehmen können, mich am Leben freuen – und das Schwierige als das Meinige ein kleines Stück lieben lernen. So wird mich die Hirsenmühle mit der Wiese und dem Meditationsraum, mit der Küche und dem Bach also nicht nur mit örtlichen Eindrücken durchs Jahr begleiten.


Mathilde, Leiterin der Pflasterstubb, Freiburg

Ich kann nicht viel Worte um meine Ashramerfahrungen machen. Außer: Sie haben meine Beziehung zu Kirche und Gott total umgekrempelt. Und erstaunlicherweise bin ich beiden näher gekommen. In der Beziehung zu Gott gibt es seit dem ersten Ashramaufenthalt weniger Gedanken. Tief in meinem Herzen ist eingegraben, dass ER auf alle Fälle da ist.

Es scheint für mich wichtiger und lohnender die Frage zu sein, wo ich wie bin. Und von meinem zweiten Ashramaufenthalt ist in mir eingegraben der Satz: "Sein ist es". In mir spüre ich mehr denn je, dass es auf das Da–Sein ankommt und dass, es so wie so SEIN (Gottes–) Geschäft ist. Trotz all der Schwierigkeiten in mir und um mich, bin ich so gelassen und zuversichtlich ins neue Jahr gegangen, dass ich darüber nur staunen kann. Ich arbeite/wirke wie eine Brunnenputzerin und trotzdem kommt es im Wesentlichen auf IHN an.

Meinem Empfinden nach ist all dies im Ashram gewachsen und all dies wächst und wächst ……… Mehr kann ich nicht dazu sagen, außer, dass ich staune und staune."


Sr. Gertrud, Generaloberin

Ich bin dankbar für das Ashram–Angebot. Mehr als Exerzitien wirken die Ashram–Erfahrungen in mein Leben hinein. Die 14 Tage Ashram und die Nachwirkung in den Alltag erlebte und erlebe ich als Menschwerdung.

Die tägliche Gruppe war für mich ein Übungsfeld aus mir "herauszutreten" und auf andere zuzugehen und so Beziehung zu gestalten. Die gegenseitige Achtung und Wertschätzung der TeilnehmerInnen halfen mir auch das Unangenehme, das Störende und die Widerstände zuzulassen und bewusst wahrzunehmen. Ich spürte einen Zuwachs an innerer Freiheit.

Die im Ashram geübte Meditation lernte ich erst dort kennen. Seither gehört diese Art des Betens zu meiner täglichen Praxis. Ich spüre meine angenehmen und meine unangenehmen Seiten und kann mich besser annehmen, wie ich mich erlebe. Darin erfahre ich Kraft und Leben und "Gott ist da, er geht mit mir".

Der einfache Lebensstil, das Schweigen und die ganz einfach gestalteten Gottesdienst ließen mich zu meiner Lebens– und Kraftquelle kommen, zu der ich auch jetzt, in der Zeit "danach", hinfinden kann. Die Ashram–Erfahrungen stärkten in mir die Sehnsucht, Gottes Wirken in meinem Leben Raum zu geben.


Rüdiger, TV–Produzent

Aus persönlichem und beruflichem Interesse bin ich nach Indien geflogen: Auf der Suche nach Gurus und Lebensweisheit. Hier zu Hause suche ich nach Sensationen für meine Arbeit beim Fernsehen. Ich lebe in einer Spannung, die nach Integration sucht. Im Ashram Jesu durfte ich davon kosten. Es erinnert mich an Hermann Hesse und seine Suche nach der Verbindung von Außen– und Innenwelt. Diese Woche war sehr konkret: schweigend, langsam und achtsam gehen, essen, kochen, abwaschen; vier mal am Tag zurück in den eigenen Tempel bei der Meditation. Dieses Weniger ist mehr als Therapie, mehr als Yoga–Übungen: ich habe bewusst meine Wirklichkeit erlebt. Und diese wurde von den anderen Teilnehmern in der Gruppensitzung gespiegelt. Danke.


Jochen, Organisationsberater

Lieber Bertram, liebe Nicola

inzwischen bin ich wieder im Alltag "angekommen" und stelle fest, dass der Aufenthalt bei Euch im Ashram einfach zu kurz war. Insbesondere vermisse ich die gemeinsamen Meditationen. Es hatte so etwas Friedliches und Ruhiges. Inzwischen habe ich mir wenigstens eine Sitzmatte und ein Sitzkissen besorgt – und finde mich wieder am Anfang, sprich ich kämpfe mit dem Sitz. Wahrscheinlich werde ich mir als Übergangslösung doch noch einmal ein Bänkchen besorgen. Mein Endziel ist aber in jedem Fall "richtig" geerdet zu sitzen. Außerdem kämpfe ich auch darum, die Meditation in meinen Tagesablauf zu integrieren. Zur Zeit klappt das nicht regelmäßig.

Ganz besonders möchte ich Euch noch einmal dazu gratulieren, wie Ihr den Ashram in der Hirsenmühle aufgebaut habt. Sowohl die Umgebung, als auch die inhaltliche Gestaltung bilden einfach ein harmonisches Ganzes, an dem man gern teilhaben möchte.

Euch herzliche Grüße aus Berlin!


Vera, Lehrerin

"Lass los" und "nimm an" erklingt in mir nach diesen reichen, innerlich wechselvollen Tagen an diesem besonderen, guten Ort: Durchflossen vom Bach, dem Wasser, das kommt, da ist und weiter fließt, wie das Leben. Nach einer Seite geschützt durch Steilhang und Wald, auf der anderen Seite offen zu Feldern. Ein guter Ort für Mensch und Tier! Die Stille vertieft die Achtsamkeit. Und durch diese Achtsamkeit, dieses mich hingeben, erfahre ich in Ansätzen, dass vieles mich "nährt", ja sättigt: das Gehen, das Atmen, das Schmecken, die Blumen … und auch das Sitzen; ich spüre den Hauch von Gottes Anwesenheit in allem.

Es ist gut, bei all dem viel allein, aber nicht allein gelassen, sondern begleitet und aufgehoben zu sein durch Bertram und Nicola, die Gruppe und den Gottesdienst.

Danke.


Mechthild, Leiterin einer Bildungseinrichtung

"Ich tat einen Schritt in die Luft und sie hielt." Hilde Domin

Lieber Bertram, liebe Nicola, von ganzem Herzen möchte ich Euch für den RAUM und die OFFENHEIT danken. Die Besinnung auf das Jetzt, auf die eigene Wirklichkeit, Dazusein, Achtsamkeit, der liebevolle Umgang mit mir selbst, Gelassenheit mit den verschiedenen Facetten von lassen – gelassen sein – weglassen – einlassen – … haben mich gestärkt für die weitere Suche. Schritte auf dem Weg. Auch wenn der Alltag schnell wieder anders tickt, habe ich die Zuversicht, auf diese Erfahrungen im Ashram zurückgreifen zu können: ein wertvoller Schatz! Danke für die liebevolle Begleitung auf diesem Weg!


Sr. Petra Maria, Ausbildungsleiterin und Oberin

Ich durfte jedoch (wieder einmal!) erfahren: es findet sich alles im Hineingehen, es geht, indem ich mich lasse, einlasse, Schritt für Schritt führen lasse. – Auf diesem Weg wandelte sich mein anfänglicher Impuls, dass es Zeit ist umzukehren, immer mehr zur Einladung, bei mir selbst einzukehren, tiefer und tiefer hinab zu steigen in den Brunnen meiner selbst, mich wahrzunehmen, auszuhalten und sein zu lassen mit dem, was sich mir zeigt an Schönem und Schmerzlichem, Licht und Schatten, Stärkendem und Verunsicherndem, Frohmachendem und Beschämendem, Überraschendem und Erschreckendem … Oft in diesen Wochen fiel mir das Delp–Wort vom ‚Durcherleben der schönen und bösen Stunden bis an den Brunnenpunkt, an dem sie aus Gott herausströmen' ein. Und ich glaube, an manchen Stellen durfte ich etwas von diesem Punkt erahnen.

Hatte ich zwischendurch an manchen Stellen den heimlichen Wunsch, irgendein ‚Ergebnis' aus dieser Zeit mit nach Hause zu nehmen, etwas in Händen haben zu wollen, so wandelte sich dies mehr und mehr in eine stille, gelassene Offenheit und das Vertrauen, dass die vier Wochen im Ashram Jesu sich in meinem Alltag auswirken werden – wie auch immer das geschehen und sich konkret gestalten mag.

Zu Hause angekommen, fand ich in der Post eine Karte mit dem folgenden Spruch: "Just to be is a blessing, just to live is holy." (A.J. Heschel) Ich war berührt. Diese Worte brachten meinen Prozess im Ashram auf den Punkt.


Sr. M. Elisabet

Lieber Bertram, hier versuche ich, für das Gästebuch in Worte zu bringen, was mir die Zeit im Ashram bedeutet hat. Es ist nicht so einfach, weil es so vielschichtig ist.

Ich habe im Ashram Jesu eine Atmosphäre von spiritueller Offenheit, Tiefe, Weite und Freiheit erlebt, die mir so gut getan hat und mich wieder mit meinen inneren Quellen in Berührung gebracht hat. Die hier gelebte Verbindung von östlicher und christlicher Meditation hat mich konkreter erfahren lassen, was es heißt "Gott suchen in allen Dingen", wie es Ignatius gesagt hat, wobei nichts ausgespart werden muss, im Gegenteil, wir ermutigt wurden, unser Leben, unsere Wirklichkeit als den Ort ganz ernst zu nehmen, in dem uns Gott begegnen kann und will. Ich bin sehr dankbar, bei euch eine geistliche Heimat gefunden zu haben, wo ich dem mehr auf die Spur kommen kann. Diese Erfahrung wünsche ich allen Menschen, die auf der Suche sind nach einer geistlichen Heimat. 1000 Dank an dich und an Nicola!


Gertrud, Leiterin einer Beratungsstelle

Zurück aus dem ASHRAM Nun bin ich eine Zeitlang wieder zu Hause, es war eine gute Zeit. Schon am Tag der Rückkehr konnte ich abends N. von meinem Erleben und meinen Erfahrungen im Ashram erzählen. Sie hörte aufmerksam und interessiert zu und war offensichtlich berührt. Wir haben in diesem Zusammenhang auch ausführlich und tiefgründig über uns und unser Miteinander gesprochen. Ich glaube, wir wissen jetzt beide, welche Veränderungen notwendig sind, worauf es wirklich ankommt, damit unser gemeinsamer Lebensweg für jeden von uns zu mehr Freiheit und Würde führt. N. zeigte sich auch sehr interessiert an dem Kennenlernwochenende im Ashram im nächsten Jahr. Ich nehme an, sie wird sich zu gegebener Zeit anmelden. Wir haben auch allmorgendlich meditiert. Ich bin ganz sicher, das ist nicht ohne Wirkung für jeden von uns und für unser Miteinander.

Wenn ich an die Zeit im Ashram denke, empfinde ich ganz große Dankbarkeit! Jetzt kann ich wirklich ganz leben, die Furcht vor möglichen "Dornen" ist spürbar geringer, das Vertrauen, geliebt und gehalten zu sein, wächst und ich pflege es sorgsam.


Sigrid

Liebe Nicola, lieber Bertram, nach einer einigermaßen "weichen Landung im Alltag" möchte ich euch heute rückblickend auf meine Zeit im Ashram noch einmal herzlich danken.

Für mich waren es 10 Tage voller guter Erfahrungen. Das einfache Leben, sowie die Bewusstheit und Achtsamkeit allem gegenüber unter eurer Anleitung und mit eurer Ermutigung in Gemeinschaft zu üben, das hat meine Wahrnehmung verändert, mich manches neu verstehen lassen und mir neue Perspektiven eröffnet.

In den Meditationen haben wir immer wieder geübt wach und aufmerksam im Hier und Jetzt zu sein. All das, was im Augenblick "ist", an mich heran zu lassen, es zuzulassen und es mit wachsender Gelassenheit auszuhalten, das ist mir nicht immer leicht gefallen; es hat mich Anstrengung gekostet. Aber die hat sich absolut gelohnt. Durch die Meditation habe ich erlebt, dass es gut tut, immer wieder bei mir selbst anzukommen, auch, wenn es Disziplin, Geduld und Anstrengungsbereitschaft erfordert, dass Fragen sich klären und dass sich neue Wege eröffnen.

Nicola und du, Bertram, ihr habt mich sehr beeindruckt mit eurem liebevollen, konsequenten und vorbildlichen Vorleben dessen, was ihr, wie ich denke, vermitteln wollt. Euer Vertrauen, dass der Weg – wie Reinhold Schneider sagt – unter euren Füßen beim Gehen wie durch ein Wunder entsteht, war für mich deutlich zu spüren und hat mir für meinen eigenen Weg Mut gemacht.

Jetzt heißt es für mich, den gefundenen Weg im Alltag weiter zu gehen. Das ist sicher die nächste Herausforderung.


Sr. Teresia, Provinzvikarin

Liebe AshramitInnen! An der Ecke Eures Frühstückstisches hinterlasse ich Euch noch einen kleinen Gruß. Ihr seid mir ans Herz gewachsen! Ich beneide Euch für die Euch verbleibende Zeit hier um das Eintauchen ins Sein, in die Gegenwart. Ich überlasse Euch auch die Wiese wieder, die gehört nämlich mir! Für Euer Sitzen unterm Dach wünsche ich Euch wache Aufmerksamkeit und dann noch sehr viel Mut!


Sr. Mechthild

Es gibt zwei Gründe, die mich jetzt bewegen, etwas über meine Erfahrungen im Ashram Jesu zu schreiben, gut 3 Monate nach meinem Aufenthalt dort: 1. Im Rückblick auf das Jahr 2006 steht die Ashram–Erfahrung da als eine der herausragenden Erfahrungen, die mein Denken, Leben und Beten verändert haben. 2. Kürzlich hatte ich die Gelegenheit, den Film "Die Große Stille" zu sehen. Darin gab es viele interessante Parallelen zu dem, was ich im Ashram kennengelernt und erlebt habe. Letzteres hat mich bewegt, den Artikel von Bertram über den Ashram noch mal gut und langsam zu lesen. Ich finde, dass die Weisheit der Karthäuser (und anderer radikaler Gott–Sucher) im Ashram durchaus zum Tragen kommt.

Zum meinem Aufenthalt im Ashram: Der einfache Stil, die Struktur des Tages, der Wechsel zwischen Schweigen und Sprechen (in der Gruppe und im Gottesdienst), die "Lehre", die Arbeit und die Körperübungen haben mich sehr angesprochen. Es tat wirklich gut, einen so gut ausbalancierten Rahmen vorzufinden, der die Begegnung mit sich, mit anderen und mit Gott förderte. Obgleich das Leben im Ashram recht strukturiert ist, ist es nicht verkrampft und nicht in irgendeiner Richtung übertrieben.

Ich fand es sehr hilfreich, daß wir gemeinsam den Koran lasen und uns gegenseitig halfen, mit diesen Texten umzugehen. Als dann die Regensburger Rede des Papstes bei Muslimen große Empörung und weltweit viel Kritik auslöste, war ich ganz besonders froh, daß wir durch die täglichen Lesungen des Koran wenigstens einen ganz kleinen Teil zum interreligiösen Dialog beitrugen. (Ich war fast ohne mein Zutun über die Ereignisse in Regensburg informiert, denn die Tageszeitung lag auf einer Fensterbank, an der ich nicht vorbeischauen konnte!)

Um zu benennen, was mir im Nachhinein besonders wichtig erscheint, zitiere ich aus dem Artikel von Bertram einen Teil. Ich finde diesen Text auch deshalb so wichtig, weil ich ansatzweise erfahren habe, daß er "stimmt": "Aber dann ist meine Aufgabe, mich auch auf schwierige Wegstrecken einzulassen. In sie "hineingehen" bedeutet, sie auch emotional zu durchleben; sich ihrer ganzen Wirklichkeit zu stellen und auszuliefern; in der Notlage auch zu sein. Dieses Sein muss vollzogen werden. Es genügt nicht, nur einen Blick darauf zu werfen und dann darüber zu reflektieren oder das in unserer Gesellschaft Übliche zu tun: sich abzulenken, … "Hineingehen" heißt, es zu riskieren, die von der Notlage ausgelösten Gefühle bewusst zu fühlen, kurzum: anzunehmen, in Not zu sein. Das ist natürlich nicht angenehm, weil Gefühle durcherlebt werden müssen, die wir als negativ bezeichnen, Gefühle der Ohnmacht, Angst, Verzweiflung, Wut, Schuld, Scham. Wünsche und Begierden kommen auf, die zu uns als Menschen gehören, die wir aber lieber nicht spüren würden, da wir meinen, dass sie nicht sein und nicht erfüllt werden dürfen oder können. … Durcherleben der Stunden, hineingehen, nie aufgeben! Im Vertrauen, dass der Stern mir aufgehen wird; dass mir eine Lösung meiner bösen Situation geschenkt wird, die ich auch als Erlösung und Befreiung erlebe." (S. 3–4) Ich denke, im Ashram war es vor allem das Schweigen, das einen so sehr auf sich zurückwarf. Durch die Begegnungen mit Menschen auf sehr engem Raum werden viele Erinnerungen lebendig, Erinnerungen an die eigene Familie, an Beziehungen, die aktuell wichtig sind, etc.; es sind wohl vor allem schmerzhafte Erfahrungen, die wieder aktualisiert werden, weil sie noch in irgendeiner Ecke lauern.

Die Gruppe war der Raum, in dem ich meine persönlichen Erfahrungen aussprechen, meine Gefühle klären und den Erfahrungen anderer zuhören konnte. Wegen der vielen Stunden des Schweigens hatte jedes Wort – das gesprochene und das erlauschte – eine besondere Intensität. Und alle öffneten sich in der Gruppe wie ein Buch, das darauf wartet, gelesen zu werden. Das war keine einfache Übung!

In der Meditation, die der Gruppe folgte, hatte ich viel zu tun mit dem, was im Zuhören und Sprechen lebendig geworden war. Die aktuellen Gefühle anzunehmen, sie nicht zu manipulieren, zu ihnen zu stehen… Gleichzeitig wurde mir immer wieder bewusst, wie viel Emotionen durch die normalen Alltagsereignisse in uns in Bewegung kommen. Weil wir aber so "busy" sind, finden sie keine angemessene Beachtung.

In der engen Verbindung von Gruppe und Meditation liegt für mich eine besondere Herausforderung, die ich bisher nur im Ashram so intensiv erfahren habe. Und ich glaube, dass gerade dort der Schlüssel zur Lebensbewältigung liegt: Durcherleben, annehmen, integrieren – bis daß mir eine Lösung meiner bösen Situation geschenkt wird…

Ja, der Ashram war und ist eine Lebensschule; eine Schule in der Christus der Meister und Lehrer ist. Ich bin davon überzeugt, dass ich dort vieles lernen kann – für unsere Kirchen und Religionen, für unsere Orden und Pfarreien, für unsere zwischenmenschlichen Beziehungen und für unsere Einsamkeiten, … etwas, das so menschlich ist, dass es das Göttliche berührt.


Birgitta, Ärztin

Erfahrungen im Ashram

Im eigenen Haus wohnen. Eine neue Sprache verstehen, Gefühle wahrnehmen. Die eigenen Hürden erkennen, an Mauern stoßen, innerhalb derer ich mich bewege, versuchen darüber zu sehen, neue Möglichkeiten entdecken. Beweglichkeit im Denken, nicht nur "entweder – oder", sondern auch "sowohl – als auch", Grautöne erahnen und erkennen. Die Aufforderung, nur bei sich zu sein, schafft zunächst Abwehr, übt aber gleichzeitig eine große Anziehungskraft aus, weil die Schuldgefühle hinsichtlich des Egoismusverdachtes wegfallen. Aufkeimender Freiraum für sich im Inneren. Nicht über das Fehlverhalten anderer nachdenken zu müssen, sondern zu erspüren, was dadurch bei mir in Bewegung kommt. Natur wieder staunend mit den Augen eines Kindes betrachten zu können, nicht nur als schöne Kulisse bei vielfältigen Aktivitäten. In ihre vielen Töne und Stimmen hineinhorchen, die Luft wahrnehmen. Was sind dagegen Ratgeberbücher, Lebenshilfelektüre – geronnene gute Erfahrungen anderer, die über den Verstand einleuchten, aber in der Umsetzung oft nicht stimmig sind. Ashram steht für die Mühe, Neues denken zu lernen, neu wahrzunehmen, einen ungeahnten Zugang zum Leben zu finden. Die Reduzierung der Möglichkeiten führt zu den eigentlichen, eigenen Kräften, Ängsten, Verzweiflung, circuli vitiosi. Nicht Lebenshilfe, sondern Tor zum Lebendigsein.


Sr. Susanna Stader, Ausbildungsleiterin

Ja, der Ashram wirkt noch mächtig nach und ich habe mir fest vorgenommen im nächsten Jahr einen längeren Zeitraum zu kommen. Nach den 10 Tagen war ich gerade so weit, dass ich innerlich ruhiger wurde und meine Gedanken in der Meditation nicht immer abschweiften. Danke für die Zeit im Ashram!!!! Ich finde die gesamte Struktur der 10 Tage sehr ausgewogen. Gebet und Arbeit gut miteinander verknüpft so das die Arbeit zum Gebet werden konnte. Gerade die Hinweise und das Einübung der Achtsamkeit bei allem, was ich tue, fand ich sehr hilfreich. Die Ziele der Philosophie auf der Internetseite finde ich sehr gut formuliert und begleiten mich nun durch jeden Tag: • in allem und jederzeit zu üben, achtsam, gelassen, liebevoll bei sich zu sein, • die gegenwärtige Wirklichkeit durchzuleben, • sich dem Leben zu stellen. Ich kann nur immer wieder sagen DANKE! DANKE! DANKE! Ich bin froh über alles was in mir in Bewegung gekommen ist.

Pace e bene


Claudia Schuster, Ordensfrau

Über das Üben von Achtsamkeit zum Wesentlichen zu kommen, sei es in den Gebetszeiten oder in den Aktivitäten des täglichen Lebens, war für mich ein unbekannter Weg, der zu gehen war und ist. … Durch das Schweigen konnte ich mehr bei mir bleiben und mich den Dingen stellen, die es anzuschauen galt. Dabei gab es auch schmerzliche Erfahrungen, Erinnerungen an alte Verletzungen. Das tägliche Gruppengespräch hat mir geholfen, intensiver zuzuhören und achtsam zu reagieren. Ich habe gelernt, mich mehr anzunehmen, wie ich geworden bin, und durfte sehen, dass Gott mitten in den Dingen ist und behutsam führt. Somit ist mir die Zeit im Ashram Jesu sehr kostbar geworden. Ich möchte sie in meinem Leben nicht missen. Mehr als Exerzitien wirken diese Erfahrungen in mein Leben hinein.


Daniela Maria Leopold, Designerin

Die Anfahrt nach Oberzeuzheim – von der Elbe an den Elbbach – war schön und problemlos. Ich war vorher aufgeregt, weil ich nicht wusste, was mich erwartet. In der Hirsenmühle angekommen, weist ein freundlicher Brief an der Tür die nächsten Schritte an. Niemand da, also erstmal ein Bett belegen. Bei der Begrüßungsrunde erster Kontakt mit den anderen Teilnehmern. Bertram gibt eine Einweisung über Struktur und Tagesablauf. Das erste Abendessen in Schweigen. Danach falle ich todmüde ins Etagenbett. Um 5.30 Uhr ist die Nacht zu Ende. Das erste Sitzen um 6.00 Uhr. Es wird in den ersten drei Tagen vier mal 45 Minuten gesessen. Das Programm dazwischen besteht aus einem Wortgottesdienst, Entspannungsübungen, Mahlzeiten, Küchenarbeit und Geh–Meditation. Die Sitz–Meditationen werden stufenweise von Schwester Petra Maria angeleitet. Diese wohltuende Ein– und Weiterführung zur Meditation habe ich in besonders schöner Erinnerung. Sie haben meine Erfahrungen aus der Zen–Meditation grundlegend verändert und bereichert. Hier geht's beim Sitzen, obwohl diszipliniert, wirklich sehr menschlich zu. All meine Schwierigkeiten beim Sitzen bekamen hier eine menschliche Entsprechung. Das hat mich mit dem Sitzen wieder versöhnt. Die Schwierigkeiten waren damit nicht weg, aber ich konnte viel besser mit ihnen sein und umgehen. Dafür möchte ich Petra Maria an dieser Stelle noch einmal DANKE!!! sagen. Zwischen den Übungen konnte ich mich wunderbar auf dem sehr schönen Grundstück meinem Sein überlassen. Die ersten drei Tage waren sehr intensiv und ich war am vierten Tag sehr dankbar, dass ich Zeit bekam, mich einfach wohlzufühlen. Das ist auch sehr schön gelungen, denn in der Atmosphäre dort, war ich ganz geborgen, sicher und konnte so immer tiefer und ruhiger werden. Ich fühlte mich ganz eins mit mir und war einfach glücklich. Das wollte am fünften Tag nicht so gelingen, denn jetzt kamen die so lange verschlossenen Tränen. Auch das Weinen habe ich angenommen und gelassen – und diese Erfahrung war sehr erleichternd und entspannend. Auch für das tiefe Weinen war Raum und Schutz. Ich bin so dankbar. Es hat sich viel bewegt in mir und ich freute mich immer auf die Gruppensitzungen nachmittags mit Bertram. Ich habe Bertram als einen sehr klaren Mediator erlebt. Es war sehr beeindruckend wie schnell und sicher er auf unsere Befindlichkeiten einging. Es war wunderbar zu erleben, wie wenig Wort es braucht, um Klarheit zu schaffen. Es war so wohltuend mit einem Menschen zu kommunizieren, der zuhört. Und weil er zuhört, klar und eindeutig reagiert. WUNDERBAR. Wir haben auch viel gelacht, weil die Beiträge der Teilnehmer eben nicht so geübt und im Wortgeflecht der Emotionen verheddert waren. Auch Dir, lieber Bertram, noch einmal meinen Dank, besonders für das Lachen!!! Die Tage gingen dahin in Kontemplation und Geschwindigkeitsentzug. Auch wenn es mir zunächst wie eine Inszenierung vorkam, habe ich mich so gut ich konnte an das langsame und achtsame Tun gehalten und habe besonders an die Geh–Meditation sooo schöne Erinnerungen. Noch nie habe ich mich so EINS mit mir gefühlt. Jetzt bin ich schon eine Woche wieder in Hamburg und noch immer klingt diese Ruhe und dieser Frieden in mir nach. In meinem Alltag bin ich jetzt beim Gehen eine Schnecke ( Ja, gut – manchmal kann ich den Impuls zu rennen nicht unterdrücken, aber fürs erste geht's immerhin schon ganz gut. ). Ich nehme wahr, wie die Menschen an mir vorbei rennen und wie ich früher immer gehetzt war. Gestern bei der Geh–Meditation am Isekanal hat mich ein kleiner Hund anhaltend angebellt. Ich kam ihm verdächtig vor (Ich habe ihm die Zunge ausgestreckt ). Es ist schon ein wenig befremdlich in der Großstadt so zu wandeln, aber es ist mir egal, weil es mir gut tut. Und zum Schluss noch eins: ich bin seit dem Ashram der vegetarischen Küche treu geblieben. Ja. Euch allen, die ihr diesen Ashram möglich gemacht habt, danke ich aus tiefstem Herzen.

Bis zum nächsten Jahr! Achtsame Grüsse und alles Liebe


P. Thomas, Kapuziner

Beim Öffnen des Ashram–Newsletters hat man das Gefühl, die Schwelle einer vertrauten und lieb gewonnenen Welt zu überschreiten: die Gerüche, Geräusche (Quaken der Frösche! ;–), Gesichter und Stimmen. Vor allem aber der Klang von Bertrams Stimme, den ich beim Lesen zu hören glaube – all das tut gut und freut mich so sehr! Und auch die guten news natürlich, dass die Hirsenmühle noch steht und alles gut läuft. Ja, das stimmt: die Achtsamkeit, das Schweigen, die Gruppe und all die Dinge, die man im Ashram tut, haben eine unglaubliche Wirkung.

Ich bin sehr dankbar und froh, es im Juni erfahren zu haben. Lange müsste man schreiben und erzählen … Ich habe mich verändert und bin reifer geworden. Ich merke, wie gut mir die Achtsamkeit und Meditation tun und welche gute Wirkung sie auf die Beziehungen haben. Ich habe mehr gelernt, "Gott in allen Dingen zu suchen und zu finden". Besonders aber in solchen, die einem nicht so angenehm sind.


Monika, Mathematikerin

vielen Dank für die Gelegenheit der Woche im Ashram. Ich wusste, wie sehr ich Zeit (für mich) brauche – und ich habe sie gehabt. Wohltuend, heilend – keine Zeit narzisstischer Schau, sondern Begegnung mit mir, wachsende Ruhe und Zuversicht mitten in der Anwesenheit und Realität von Schmerz und Trauer. Der Wechsel in die Welt war heftig, leider kein allmählicher Übergang. Und es tut mir gut zu wissen, dass die innere Bindung da ist, weil ich sie erlebt habe – , selbst wenn ich sie im Alltag (noch) nicht genug pflege. Vielleicht darf ich irgendwann zurückkommen, in dem vorbereiteten Rahmen ist der leere Raum vorhanden, muss nicht erst ausgeräumt und verteidigt werden.

Trotz mancher Lektüre und sporadischer Versuche habe ich erst während dieser W oche spüren und erfahren dürfen, wie in mir Leben im Atmen entsteht, wie das Ich, denkend und belastet, gar nicht mehr ist und sein muss, sondern sich sehend nur noch Atem spürt. Das Lebendige ist außerhalb des Denkens immer schon lebendig, atmet mich, und dadurch erst wird Denken und Ich lebendig.

Ich wünsche nun gute Wochen im Ashram allen, die sich dorthin auf den Weg machen!